Hier geht es um die Freude an der Natur. Um Naturschutz im Garten und praktische Erfahrungen. Um das Monitoring tierischen Lebens und die Entwicklung im Laufe der Jahre / Jahrzehnte eines Gartens der vor allem eines ist: So natürlich wie möglich, mit Eingriffen wo nötig. Einem Naturgarten eben.

In erster Linie jedoch – ich glaube das ist die beste Motivation – möchte ich zeigen, wieviele Tiere und die damit verbundene Freude wir, mit der Entscheidung für mehr Natur im Garten, in unser Leben holen können. Und gleichzeitig Naturschutz betreiben.

Bisher 47 Schmetterlingsarten – nur Tagaktive (Stand Juni 22) gezählt, ca. 40 verschiedene Vogelarten (inkl. Winter- und Sommergäste, sowie Sperber und Mäusebussard), verschiedenste Wildbienen, darunter 9 Hummelarten, Igel, Ringelnatter, Bergmolche etc. und unzählige Insekten, sollten hoffentlich Argument genug sein. Und ja, Mäuse leben hier auch, auch Wühlmäuse! Auch sie gehören zu einem Garten. 🙂 Noch lange ist nicht alles, was hier lebt, wächst und gedeiht, auch auf der Website eingetragen.

Der Garten ist nach dem Einzug im Herbst 2013 seit Frühjahr 2014 im Entstehen. Die Fläche beträgt ca. 2300qm. Wir haben uns von Anfang an für einen weitgehend natürlichen Prozess entschieden und die Aussagen langjähriger Naturgärtner, dass wir mit ca. 7 Jahren rechnen müssen, bis ein natürliches Gleichgewicht entsteht, haben sich in etwa bestätigt. Dazu gehörte auch ein Jahr mit über 30 Wühlmäusen, die viele Pflanzen schneller weggefuttert haben, als ich schauen konnte. Unter anderen an die zweitausend Zwiebeln von Krokussen. Da diese aber sowieso nicht heimisch sind, habe ich es als Wink gesehen, erfreue mich nun an den paar übrig gebliebenen und unterstütze stattdessen die heimischen Winterlinge bei der Vermehrung.

Ausgangspunkt war eine große Wiese mit wenig Arten, darunter vor allen Löwenzahn und verschiedene Gräser. Hier wurde nicht massenhaft Erde abgetragen und mit Sand, Kies oder Geröll aufgefüllt, die wiederum woanders abgetragen wurden. Wir arbeiten mit dem Boden wie er ist. Der nur durch entsprechendes Sensen der Wiesen nach und nach magerer wird. Auf zwei größeren Flächen wurden Wildblumenwiesen mit Samen von Rieger-Hofmann angelegt. Ein weiterer großer Teil darf sich vollkommen alleine entwickeln. Hier ist es besonders spannend zu beobachten, wie die Natur das regelt. Es gibt Flächen die waren bereits relativ mager und trocken, auf denen die Wildblumen eher niedrig wachsen. Und es gibt Flächen mit viel Humus und Feuchtigkeit, auf denen ein Natternkopf oder die Wegwarte gut 150 cm hoch werden. Die Wildbienen freut es! Mehr Blüten an einer Staude! Es gibt keine Steinpyramiden sondern hier und da einen Steinhaufen. Aber auch keine, am Reißbrett, entwickelten, durchstrukturierten Blumenbeete aus Zeitschriften, die jedes Jahr gleich aussehen. Hier ist alles stetig im Wandel begriffen.

Anfang 2020 durften wir auf weiteren ca. 800qm des angrenzenden Feldes, mit einer Wildblumenwiese ein weiteres Refugium für Wildbienen, Schmetterlingen, Insekten, Fuchs, Hase und Reh anlegen. Im Rahmen des Randstreifenprogrammes ist diese Fläche für die nächsten fünf Jahre safe. Wir hoffen auf Verlängerung und träumen davon, dass es nach dieser Zeit nicht umgeackert (wodurch das Bodenleben wieder zerstört würde) werden muss, damit es nicht aus der landwirtschaftlichen Fläche herausfällt.

Der bei weitem größte Teil des Gartens besteht aus Wildwiese, mit wenigen Beeten in denen wenige nicht heimische, jedoch bei Schmetterlinge & Wildbienen beliebte Stauden wie z.B. Zuchtformen der Katzenminze oder Patagonisches Eisenkraut gedeihen. Auch einige historische Rosen mit gefüllten Blüten dürfen hier wachsen. Für die Natur ohne jeden Nutzen, aber für das Auge und für Rosengelee. Weitere Teile sind für Gemüse reserviert.

Unkommerziell: Auf der gesamten Homepage existiert keine bezahlte Werbung. Wenn ich hier und da einen Lieferanten bzw. eine Gärtnerei oder Baumschule, ein Buch / Autor oder was auch immer erwähne und vielleicht auch verlinke, dann ohne Bezahlung.

Last but not least: Die Seite existiert eigentlich aus Eigennutz und soll mit den Jahren ein persönliches Nachschlagewerk werden. Ein Jahrestagebuch sozusagen. Wann ist letztes Jahr der erste Zitronenfalter, die erste Erdhummel aufgetaucht? Wann kann ich mit dem ersten Herumflattern des Nierenfleck-Zipfelfalters rechnen? Für wen ist die Wiesen-Platterbse nochmal wichtig? Wie oben schon erwähnt, Monitoring und Entwicklung im Laufe der Jahre.

Quellen: Diese Website ist eine Herzensangelegenheit. Viele Eigenbeobachtungen stecken bereits darin und werden im Laufe der Jahre noch einfließen. Nichts wäre jedoch möglich ohne all die Infos, das bereits erworbene und erforschte Wissen. Sowohl aus Literatur als auch aus dem Internet (von oftmals Ehrenamtlichen).

Bei meiner Recherche bemühe ich mich grundsätzlich um seriöse, verlässliche Quellen. Sei es der Verein Lepiforum e.V., das FloraWeb vom Bundesamt für Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) oder Deutschlands bekanntester Wildbienenforscher Paul Westrich. Die Angaben zu den Quellen findet ihr im Haupttext der jeweiligen Unterkategorie.

Sonnige Grüße, Anja

Anmerkung zu Facebook: Die auf Facebook existierenden Seite „Naturgartenliebe“ steht in keinerlei Zusammenhang mit dieser Homepage. Sie wurde einige Zeit nachdem diese Homepage bereits existierte ins Leben gerufen. Von mir selbst existiert weder jetzt, noch wird es in Zukunft eine Facebookseite geben.

Anmerkung zu Instagram: Ähnliches geschah auch auf Instagram. Der Benutzername „naturgartenliebe (xyz)“ ist eben schnell gewählt. Ohne darüber nachzudenken, ob das Ausgesuchte evtl. als Domain existiert. Eigentlich nicht wichtig. Da ich aber bereits darauf angesprochen wurde, ob ich mehrere Accounts hätte, möchte ich hier doch noch erwähnen, dass von mir nur ein einziger (seit längerem stillgelegter) Instagram-Account existiert: Naturgartenglück